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Kurz u. Bündig

Top und Flop des Monats

IN: Grimme-Preis für “Türkisch für Anfänger”

“Verbotene Liebe” hin, “Verliebt in Berlin” her – das Vorabendprogramm ist ein Jammertal. Das kann auch Hardy Krüger junior vom Forsthaus Falkenau nicht ändern. Ein Hoffnungsschimmer am TV-Himmel: Die Serie “Türkisch für Anfänger”. Dank der gewitzten Dialoge des Drehbuch-Autors Bora Dagtekin lohnt es sich endlich wieder, um 18.50 Uhr zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen. Die Geschichte der deutsch-türkischen Patchwork-Familie Schneider-Öztürk begeistert ihre Fans mit originellen Drehs und Wendungen und der wunderbaren Josefine Preuß in der Rolle der 16-jährigen Tochter Lena. Zum Glück hat das auch die Jury des Grimme-Preises erkannt und “Türkisch für Anfänger” in der Kategorie “Unterhaltung” ausgezeichnet. Danke – tesekkür!

OUT: “Second Life”-Berichterstattung

Liebe Ressortleiter! Um es kurz zu machen: Das Second-Life-Halligalli nervt! Sicher, das Online-Spiel ist erfolgreich, neu, ein Megatrend. Und auf eine bestimmte Art einzigartig. Aber muss wirklich jede Zeitung, jedes Magazin, jede TV-oder Radiostation auf diesen blödsinnigen Hype hereinfallen, der doch in erster Linie eines ist: kostenlose Werbung für den Second-Life-Betreiber “Linden Lab”. Es gibt fast kein Medium, das nicht schon einen Kollegen zum Selbsttest in die 3-D-Weltsimulation geschickt oder gar einen “Second-Life-Bewohner” porträtiert hätte. Am Anfang war das ja noch ganz amüsant, manchmal sogar informativ. Aber jetzt ist die Luft raus. Es ist alles berichtet, geschrieben, gesendet, gesagt. Und übrigens: Nicht umsonst heißt das Online-Spektakel Second Life. Wer käme denn auf die Idee, im wirklichen Leben “Second News” zu verbreiten?

Text: Barbara Lich ist Mitglied des netzwerks “JungeJournalisten.de”, die im “medium magazin” ihr persönliches “in&out” vorstellen.

Erschienen in Ausgabe 5/2007 in der Rubrik “Kurz u. Bündig” auf Seite 8 bis 9. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.