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Kleingedrucktes

Vom Briefgeheimnis hat Wikileaks wohl noch nichts gehört, schimpft ein Leser bei „Focus Online“ und fordert: „Man sollte strafrechtlich dagegen vorgehen. Man selbst fände es ja auch nicht okay, wenn ich in einem Brief an meine Mutter über den Nachbarn schimpfe und der Postbote druckt ihn dann in der Tageszeitung.“ Briefgeheimnis – das klingt geradezu romantisch und anachronistisch angesichts der Wikileaks-Arbeit, über die der ehemalige US-Botschafter Jeff Kornblum im Deutschlandradio sagte: „Das Neue ist nicht die Einschätzung, sondern die Offenlegung der Informationen.“ Nun ja, ganz so neu ist das nicht: Schon vor 130 Jahren sorgte bekanntlich ein regierungsinternes Telegramm für dramatische Folgen, als es an die Öffentlichkeit geriet: Die vertraulichen Informationen aus der „Emser Depesche“ nutzte allerdings Bismarck selbst zur gezielten Veröffentlichung, um das französische Blut in Wallung zu bringen. Kurz darauf brach der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 aus.

Zum Glück werden zumindest die Konflikte zwischen den ehemaligen Erbfeinden heute anders gelöst. Doch zurück zum Briefgeheimnis, das nicht nur weltpolitisch interessante Aspekte hat: Wie gehen eigentlich die Medien mit dem Thema E-Post um, das die Post seit Monaten flächendeckend mit gut bezahlten Anzeigen propagiert? Wir sind gespannt, wann sich „Spiegel“ & Co investigativ diesem Thema widmen.

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Erschienen in Ausgabe 12/2010 in der Rubrik “Inhalt” auf Seite 5 bis 5. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.