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"Ein wichtiges Zukunftsthema"

Prof. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen”, über Förderbedarf und -möglichkeiten für “Unternehmer-Journalisten”

Interview: ULRIKE LANGER

Sehen Sie einen Förderbedarf für Unternehmer-Journalismus, Prof. Fleisch?

Es ist ein wichtiges Zukunftsthema. Stiftungen, die sich satzungsgemäß mit Medienfragen auseinandersetzen, sollten sich auch mit diesem Thema verstärkt beschäftigen.

Brauchen wir dafür eine eigene Stiftung?

Es ist fraglich, ob das genehmigungsfähig wäre. Stiftungen sind auf eine lange Dauer ausgerichtet. Unternehmer-Journalismus ist aber vielleicht in 30 Jahren kein Thema mehr. Außerdem ist die Thematik in einer eigenen Stiftung nicht zwingend besser aufgehoben. Wenn man die Frage aufwirft, brauchen wir eine Stiftung, dann geht es darum: Haben wir einen Thementreiber? Jemanden der Fortbildungen, Kongresse, wissenschaftliche Erörterungen finanziert? All diese Fragen passen in Stiftungen hinein, die in ihrer Satzung nicht nur  schmal auf dieses eine Thema ausgerichtet sind. Deswegen ist es sicher sinnvoller zu überlegen, wie man bestehende Stiftungen motivieren kann, sich mit einem Progamm oder einem Kooperationsprojekt der Thematik anzunehmen.

Welche Stiftungen? Verlagsgebundene Stiftungen werden naturgemäß wenig Interesse daran haben, verlagsferne Modelle zu fördern. Aber auch die Robert Bosch Stiftung hat nach eigenen Angaben Unternehmer-Journalismus nicht im Blick.

Es gibt eine Reihe von Stiftungen, die breite Zwecke von der Förderung der politischen Bildung bis hin zu Fragen der Medienlandschaft in ihren Satzungen verankert haben. Die Robert Bosch Stiftung beispielsweise ist sehr breit aufgestellt und kann viele Themen beackern.

Sehen Sie einen Unterschied in der Ausrichtung von deutschen und US-Stiftungen? Die Knight-Stiftung fördert verstärkt journalistische Unternehmer.

Es gibt in den USA in der Tat einige besondere Stiftungen, die Think-Tank-Charakter haben und Themen voranbringen wollen. Die Stiftungskultur in den USA ist jünger und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind anders, die Stiftungen sind weniger unter dem Aspekt Langlebigkeit organisiert. Es gibt dadurch auch Verbrauchsstiftungen, um ein Thema mal 20 Jahre lang zu beackern bis das Stiftungsvermögen aufgezehrt ist.

Sollten Hochschulen und Journalismusausbildungsstätten Unternehmer-Journalismus stärker forcieren?

Ich glaube, dass das Thema in der Tat an den Hochschulen noch unterbelichtet ist und deswegen eine Stärkung dort sicher sinnvoll wäre.

Ein Kommentar

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