Josa Mania-Schlegel

Freier Journalist

Wichtigste Stationen?
2010: Praktikum bei „Vice“
2014: Praktikum und freie Mitarbeit bei der SZ und jetzt.de
2015 – 2017: Deutsche Journalistenschule
2016: Praktikum und freie Mitarbeit für MDR Investigativ
2017: Praktikum im Leipziger Büro der „Zeit“

Auf welche Geschichte sind Sie besonders stolz?

Letzte Woche hat die AfD einen Stammtisch in den Räumen meiner ehemaligen Stammkneipe in Weimar abgehalten. Ich habe nur 24 Stunden an dieser Geschichte gearbeitet, aber sie hatte für mich alles, was mich reizt: Heimat definieren, unter Druck schreiben, vor Ort sein, mit extrem eingestellten Menschen reden, eine brisante Sache leaken, einen Social-Media-Hype auslösen, etc.

Was planen Sie als nächstes?

Ich will nach meinem Praktikum im Leipziger Büro der „Zeit“ weiter als Reporter für den Osten arbeiten. In welcher Form, das weiß ich noch nicht.

Wie würden Sie gerne in zehn Jahren arbeiten?

In einer Redaktion oder zumindest in einem Recherche-Kollektiv. Ich mag Teamarbeit, ganz alleine ist für mich Quatsch.

Welcher gute Rat hat Ihnen in Ihrer Laufbahn besonders weitergeholfen?
Chris Bleher fragte mich an der DJS, nachdem er eine Geschichte von mir gelesen hatte: „Ja, aber wo ist die Geschichte?“ Da war plötzlich die Frage nach dem großen Ganzen, irgendwas zwischen Vorwurf und Ratschlag. Ich nahm es als Ratschlag. Jetzt frage ich mich vor jeder Geschichte: Was willst du hier eigentlich?




Welche/r Kollege/in hat Ihnen besonders geholfen?
Christian Fuchs und Greta Taubert waren immer da, als Freunde und als kollegialer Ratgeber, meistens bei Bier auf der Straße.
Sebastian Pittelkow vom Recherchekollektiv SZ, NDR und WDR hat meine erste große Recherche über mehrere Monate hinweg unterstützt; es ging um eine AfD-Aussteigerin.Jörg Sadrozinki, mein DJS-Schulleiter, der beim abschließenden Gespräch irgendwie verrückt viel über mich wusste, ohne, dass ich wüsste woher, und dann eben auch extrem gute Ratschläge mitgegeben hat.
Valerie Schönian, die ich bei meinem ersten SZ-Praktikum kennengelernt habe, die auch aus dem Osten kommt, die auch auf der DJS war und nun meine Kollegin im Leipziger Büro der „Zeit“ ist. Einfach mein role model.
Schließlich Anne Hähnig und Martin Machowecz, die beiden Redakteure hier bei der „Zeit“ in Leipzig. Sie nehmen sich so viel Zeit für ihre Autoren, loben, unterstützen, diskutieren. Sie machen die Redaktion der „Zeit im Osten“ zu einem großartigen Ort, um an Texten zu werkeln.

Warum tun Sie eigentlich, was Sie tun?
Ich glaube, es hat mit meinen Eltern zu tun. Mutter aus dem Osten, der Vater ein Westler. Ich bin in der Nachwendezeit aufgewachsen und sie haben mir zu allen Themen völlig unterschiedliche Sachen beigebracht: Konsum, Kapitalismus, Politik und so weiter. Manchmal half mir nur eine dritte Erzählung, um die Dinge für mich gerade zu rücken: ein Buch, ein Artikel, irgendwas aus der Welt des Pop. Ich glaube, dass Geschichten Widersprüche auflösen können – oder uns zeigen, dass wir sie hinnehmen dürfen. Deshalb will ich selbst welche erzählen.

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