Lisa Weitemeier

Multimedia-Redakteurin, WDR

Wichtigste Stationen?
– Wissenschaftsjournalismus-Studium an der TU Dortmund (2010-2014)
– Freie Autorin bei der NRZ (2010-2014)
– Volontariat beim WDR (2013-2014)
– Multimedia-Redakteurin bei Quarks&Co (seit 2015): Social Media, Virtual Reality-Projekte, Reporterin (TV und online)
– Reporterin im dreiteiligen ARD-Wissenschaftsformat „Hirschhausens Check-Up“ (Sommer 2017)

Auszeichnungen:
– LfM-Campus-Radio-Preis für eine Reportage über eine Frau mit Locked-In-Syndrom (2012)
– Medienpreis der Deutschen Diabetes Gesellschaft für eine O-Ton-Reportage über ein Mädchen mit Diabetes (2015)
– Grimme Online Award für das VR-Projekt „Der Kölner Dom in Virtual Reality“ (2017)

Auf welche Geschichte sind Sie besonders stolz?
Auf eine 360°-Reportage aus Tschernobyl. Die Idee war völlig experimentell: Es gab noch keine ausgereifte Technik, keiner im Team hatte je zuvor einen Film in 360° gedreht. Aber wir alle fanden: Das müssen wir probieren. Das Equipment haben wir teilweise mit dem 3D-Drucker hergestellt, an der Geschichte wochenlang gebastelt – eine ganz neue Form des Storytellings. Mit begeisterten Reaktionen. Der schönste Moment war kurz nach der Veröffentlichung in der Bahn, als ein junger Typ neben mir sein Handy ganz vertieft in alle Richtungen hielt – und es lief: der Tschernobyl-Film.

Was planen Sie als nächstes?

Ein Virtual-Reality-Projekt über das Ende des Bergbaus. Die Idee: Nächstes Jahr endet eine Ära im Ruhrgebiet – die letzte aktive Zeche wird geschlossen. Das, was die Kumpel Tag für Tag unter Tage erleben, wird nie wieder jemand erleben können: Fahren mit der Dieselkatze, Springen auf die Förderbänder, die unerträgliche Hitze, den Staub und das Beben im Streb, wenn die Kohle direkt vor dir aus der Wand gehobelt wird. Das wollen wir für die Ewigkeit konservieren.

Wie würden Sie gerne in zehn Jahren arbeiten?
Ich würde gerne eine Mischung beibehalten: Ganz klassisch als Wissenschaftsjournalistin politische, gesellschaftliche Debatten und Weltgeschehnisse aus Sicht der Wissenschaft einordnen (egal in welchem Medium) – und gleichzeitig immer weiter experimentieren, wie man mit den neuesten technischen Mitteln Geschichten anders erzählen kann. Wer weiß, was es dann schon gibt?

Welcher gute Rat hat Ihnen in Ihrer Laufbahn besonders weitergeholfen?
Probier‘ es einfach aus.

Welche/r Kollege/in hat Ihnen besonders geholfen?
Ranga Yogeshwar:
Ranga schmeißt mich immer wieder ins kalte Wasser und ermutigt mich zu Dingen, die ich mir manchmal selbst nicht zugetraut hätte. Und am Ende merke ich oft: Ich kann das ja doch! Eine sprudelnde Quelle für Anregungen, Denkanstöße und konstruktive Kritik.

Thomas Hallet:
Thomas war lange Zeit mein Chef bei Quarks&Co und hat (fast) jede noch so wilde Idee unterstützt – oder kam selbst mit ausgefallenen Vorschlägen auf mich zu. Sein Motto: Mach‘ mal, probier es einfach aus. Und wenn’s doch mal schief ging, stand er immer mit Rat, Tat und guten Ideen zur Seite, um doch noch zu retten, was zu retten war.

Warum tun Sie eigentlich, was Sie tun?
Weil es mir irre viel Spaß macht.
Weil ich das Gefühl habe, Menschen mit meinen Projekten wirklich zu berühren – oder zum Staunen zu bringen.
Weil ich glaube, durch Wissenschaft vieles einordnen und auch relativieren zu können, was in den Medien schnell mal aufgebauscht wird. Dabei ist der nächste (willkommene) Skandal vielleicht gar keiner. Oder doch? Dann ordnen wir ihn ein.

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