Thomas Otto

Brüssel-Korrespondent, DLR

Wichtigste Stationen?
Fast sechs Jahre (2006-2012) bei mephisto 97.6, dem Lokalradio der Uni Leipzig. Hier habe ich das journalistische Handwerkszeug gelernt und konnte mich in allen Radioformaten austoben.
2011: Praktikum beim Deutschen Hörfunkprogramm der nbc, des namibischen Rundfunks. Viel entscheidender, als das Praktikum selbst, war für mich aber das, was ich in meiner Zeit in Namibia über mich selbst gelernt habe. Ich glaube, erst wenn man seinen eigenen Kulturkreis für ein Zeit verlässt, kann man wirklich erfahren, wer man selbst.
2013-2014: Volontariat beim Deutschlandradio (In Anbetracht dessen, wie schwierig es ist, in den professionellen Medien Fuß zu fassen, zähle ich das für mich zu den Auszeichnungen).
Seit 2014: „Junior“-Korrespondent des Deutschlandradios in Brüssel.

Auf welche Geschichte sind Sie besonders stolz?
Mein Feature „Die Steuertricks der Großkonzerne“ aus dem vergangenen Jahr, in dem ich zwei Abgeordnete des EU-Parlaments bei ihrem Kampf gegen Briefkastenfirmen und Steuervermeidung begleitet habe und dokumentiere, mit welchen Widerständen sie konfrontiert sind.

Was planen Sie als nächstes?
Ganz aktuell eine Recherche, über die ich noch nicht sprechen kann. Aber was die nächste Zeit angeht, werde ich noch mindestens ein Jahr lang für das Deutschlandradio aus Brüssel berichten. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Vielleicht eine Landeskorrespondenz für das Deutschlandradio? Oder erstmal eine längere Reise ins südliche Afrika, wo es sehr viele Geschichten gibt, die ich noch erzählen möchte.

Wie würden Sie gerne in zehn Jahren arbeiten?
Draußen, „im Feld“, dort wo die Geschichten passieren, über die wir berichten. Und mit Sicherheit nicht im Elfenbeinturm, von dem aus die Lösung vieler Probleme so einfach scheint.

Welcher gute Rat hat Ihnen in Ihrer Laufbahn besonders weitergeholfen?
„Follow the money“ – was immer ein guter Rechercheansatz ist.
Sich mit nichts gemein zu machen, auch nicht mit einer guten Sache, wie es Hans Joachim Friedrichs formuliert hat. Auch wenn das ehrlicherweise immer nur ein Ideal ist, das man nur versuchen kann zu erreichen.
„Studiere bloß nicht Journalistik“.

Welche/r Kollege/in hat Ihnen besonders geholfen?
Tatsächlich mein jetziger Vorgesetzter: Stephan Detjen, der Leiter des Deutschlandradio-Hauptstadtstudios in Berlin und des Studios Brüssel. Er hat das Vertrauen in mich gehabt, dass ich der Korrespondenten-Aufgabe gewachsen bin und hat dafür gesorgt, dass ich diese Aufgabe auch erfüllen darf.
Außerdem (wenn auch kein Journalist) Prof. Bernd Schorb, der uns im Studium nicht nur die Parallelen zwischen Didaktik und Journalismus vermittelt hat. Vor allem hat er uns ständig angehalten, scheinbare Wahrheiten stets zu hinterfragen und die Aufgabe des Journalisten ganz scharf von der des Pressesprechers („Mietmaul“, wie Schorb zu sagen pflegt) abzugrenzen.

Warum tun Sie eigentlich, was Sie tun?
Wahrscheinlich weil ich so naiv bin und noch immer glaube, mit meiner Arbeit etwas Positives zur Gesellschaft beizutragen.
Und weil ich das Glück habe, von mir behaupten zu können: Mein Beruf ist meine Leidenschaft.

 

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