10 Tipps für den perfekten Pitch

Die Idee für eine tolle Reportage steht, das Exposé ist schnell an die Traum-Magazine verschickt. Doch bald folgt eine Absage auf die nächste, Motivation und Selbstbewusstsein sinken in den Keller. Das muss nicht sein – mit unserem Guide für den perfekten Pitch knackt ihr auch die härtesten Redaktionen.  

1. Sei selbstbewusst
Ja, meistens sind wir Klinkenputzer und bieten unsere Dienste feil. Und die (Chef-)Redaktion steht in der Nahrungskette weiter oben als wir selbst. Das macht uns aber nicht zu Bittstellern. Sätze wie „Was meinen Sie, wäre dieses Thema nicht etwas für Sie?“ gehören in keinen Pitch. Wir sind uns sicher, dass unser Thema passt und wir den Beitrag umsetzen können. Heißt auch: Versprich nie etwas, was du nicht halten kannst, nur um deine Geschichte (oder vielmehr dich selbst) zu verkaufen. Wenn dich die Redaktion noch nicht kennt, schreibe am Anfang oder Ende der Mail zwei kurze Sätze zu dir als Autor und hebe heraus, warum gerade du die Story schreiben solltest. In der Signatur steht selbstredend deine Website, auf der etliche Arbeitsproben hochgeladen sind.

Florian Sturm arbeitet als freier Journalist für Medien wie Stern, Geo Saison, Zeit Wissen oder Süddeutsche Zeitung. (Foto: Dominic Kamp)

2. Kenne das Medium
Als ich mit einem Chefredakteur, mit dem ich für mehr als ein Dutzend Geschichten zusammengearbeitet habe, über das Thema „Pitch und Exposé“ sprach, sagte er: „Mir werden oft Ideen oder Manuskripte angeboten, bei denen schnell klar wird, dass sich die Kollegen nicht mit unserem Magazin beschäftigt haben, es noch nie oder zuletzt vor einer Ewigkeit in der Hand hatten. Das kapiere ich nicht, finde es unprofessionell und auch respektlos.“ Zu wissen, für wen man schreiben will – das klingt banal, ist aber essentiell.

Du musst dafür nicht die letzten fünf Ausgaben oder 50 Online-Artikel gelesen haben. Doch völlig blind zu pitchen, das fällt meistens auf. Also: Wer ist dein konkreter Ansprechpartner? Hat die Redaktion dein Thema (oder gar deine konkrete Geschichte) schon im Blatt gehabt – und wenn ja, wann? Passt dein Schreib- und Erzählstil überhaupt zum Ton des potentiellen Abnehmers? Wie reichst du Themenvorschläge am besten ein? (Insbesondere englischsprachige Medien arbeiten häufig mit sogenannten „Submission Guidelines“.)

Wenn du weißt, ob eine Redaktion eine jährliche Themenplanung abhandelt, kannst du besser abschätzen, ob deine Story überhaupt ins Heft passt. Außerdem signalisiert sie dem Gegenüber, dass du dich mit dem Medium beschäftigt hast. Manchmal hilft es, dieses Knowhow in einem Halbsatz anklingen zu lassen („Wie ich in Ihrer Themenplanung gesehen habe, planen Sie im Oktober einen Schwerpunkt zu…“). Das steigert zusätzlich die Relevanz deiner Geschichte.

3.Verkaufe eine Story, keine Idee
Auf die Frage, was mir an meinem Job als freier Journalist am besten gefällt, antworte ich stets: dieser Moment, wenn mich die Faszination und Neugierde für ein Thema übermannt wie eine Droge; wenn ich nicht genug bekommen kann von der Recherche und mich in Browser-Tabs, Querverweisen und Artikeln verliere. Nicht jeder journalistische Beitrag nimmt so seinen Anfang. Doch Geschichten zu verkaufen, die etwas in uns auslösen, gelingt häufig am besten. Nur: Die Idee allein reicht nicht aus. Sie ist zwar das Fundament einer Geschichte, lässt aber nicht erahnen, ob ich darauf eine klapprige Bretterbude errichte oder ein durchdachtes Haus mit extravagantem Design. Es ist deine Aufgabe, der Redaktion das Grundgerüst deiner Arbeit schon jetzt zu skizzieren.

Ideen sind vage: „Ich würde gern über den Gendergap im Fotojournalismus schreiben.“ Geschichten deutlich konkreter: „Ich würde anhand einer stichprobenhaften Zählung gern erörtern, warum im Fotojournalismus ein so starker Gendergap herrscht, wie dieser zustande kam, was das für die Medienlandschaft und die das Storytelling bedeutet und wie sich diese Lücke schließen lässt.“ Außerdem sollte dein Pitch im Idealfall die Kernelemente der Relevanz – Warum muss diese Geschichte (gerade jetzt) erzählt werden? – und der Meta-Ebene – Für welches größere Thema steht meine Geschichte stellvertretend? – beinhalten. Auch Protagonisten und Schauplätze kannst du erwähnen – in Ausnahmefällen kann das aber auch nach hinten losgehen.

4. (…)

7 weitere Tipps für den perfekten Pitch gibt Florian Sturm im aktuellen medium magazin 01/21.
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