Journalistin 2017

Die Novemberausgabe von „medium magazin“ ist traditionell ein Doppelheft – wir freuen uns über die 2017er Ausgabe der „Journalistin“

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Unsere Geschichten auf einen Blick
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EDITORIAL / Annette Milz, Chefredakteurin

„So wenige sind es nicht“

Aber warum arbeiten nicht mehr Frauen in Investigativ-Ressorts? Und warum so wenige ältere Kolleginnen vor der Kamera als Moderatorinnen?

Es begann am 1. September aus einer Lau­ne heraus. Christian Fuchs löste an jenem Tag mit folgendem Tweet eine Kettenreaktion aus: „Werde oft gefragt, warum es so selten Investigativ-Repor­terinnen gibt. So wenige sind es gar nicht. Folgen Sie diesen tollen Kolleginnen #ff“. Dazu postete er eine Namensliste von 36 Kolleginnen.

Und erntete eine Flut an Reaktionen. Binnen weni­ger Tage hatte allein dieser eine Tweet über 600 „Likes“ und wurde mehr als 300-mal weitergeleitet. Die Re­aktionen waren allerdings keineswegs einhellig be­geistert: Der Kollege, selbst Investigativ-Reporter bei der „Zeit“, musste sich tagelang gegen den Vorwurf verwehren, er habe die Kolleginnen „geoutet“. Ein Missverständnis, wie er häufig betonte: Der spezifische Beruf der genannten Kolleginnen sei kein Geheimnis, investigativ sei nicht mit undercover zu verwechseln.

Andere wiederum lieferten weitere Namen – die Lis­te ist inzwischen auf 85 angewachsen (Seite 9). Als ich Christian Fuchs an jenem 1. September eine Nachricht schickte, ob er für diese Jahresedition der „Journalistin 2017“ etwas zu seiner „Initiative“ schreiben könne, lehnte er zunächst ab. Weil er sich als Mann nicht be­rufen fühle, „über“ die Kolleginnen zu schreiben. So war das auch nicht gemeint: Wir baten ihn, mit zwei der genannten Kolleginnen über investigative Arbeits­weisen und tatsächliche oder vermeintliche männ­lich-weibliche Unterschiede zu diskutieren. Das fand er wiederum spannend. Das Ergebnis ist es ebenso: Das Gespräch mit Katja Riedel (Rechercheverbund SZ/WDR/NDR) und Annelie Naumann (Welt) finden Sie auf den nächsten Seiten. Es fand übrigens vor der Ver­öffentlichung der „Paradise Papers“ statt, mit denen der Rechercheverbund erneut einen Scoop landete.

Auch wenn man kein regelmäßiger RTL-Zuschauer sein mag, bleibt einem ein Phänomen nicht verborgen: Ausgerechnet der Sender, dessen Zuschauer im Schnitt deutlich jünger sind als die von ARD und ZDF (2016: ZDF 62 Jahre, ARD 61, RTL knapp 49 Jahre, Quelle: dwdl/AGF/Media Control), zeigt am wenigsten Scheu, Moderatoren und Moderatorinnen vor der Kamera altern zu lassen. Peter Kloeppel zieren längst graue Haare, Birgit Schrowange tritt seit September dieses Jahres ganz ergraut und schlagzeilenträchtig vor die „Extra“-Kamera – und setzte damit „endlich“ um, was sie in der „Journalistin 2013“ als lang gehegten Wunsch geoutet hatte. Frauke Ludowig (53) moderiert schon seit 1992 die Promisendung „Exclusiv“ und ist längst auch Redaktionsleiterin, Katja Burkard (52) ist seit 1997 Hauptmoderatorin von „Punkt 12“.

Und da ist noch Ulrike von der Groeben (60): Seit 30 Jahren arbeitet sie nun für den Kölner Sender. Senta Krasser traf die Hauptmoderatorin Sport, die an der Seite von Peter Kloeppel im Studio nicht mehr wegzu­denken ist, zu einem Gespräch mit Kaffee und Kuchen – der vor lauter Reden ungegessen blieb (Seite 12).

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

 

Hier eine kostenlose Leseprobe der Novemberausgabe von „medium magazin“: