• Was nun, Frau Ehni?

    Interview mit der WDR-Chefredakteurin

  • Pro + Contra

    Gendergerechtes Schreiben

  • Schmerzhafte Aufarbeitung

    Die Sender nach einem Jahr #metoo

Journalistin 2018

Die „Journalistin“ ist unsere jährliche Doppelausgabe mit der Zukunftsausgabe des „Medium Magazins“.

Inhalt

Unsere Geschichten auf einen Blick
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EDITORIAL / Annette Milz, Chefredakteurin

Mehr Sensibilität 

Ein Jahr #MeToo-Diskussion hat viel verändert in der Branche – nicht nur das Bewusstsein im Umgang miteinander, sondern auch mit der Sprache. Und das ist gut so.

Natürlich sind auch wir nicht an dem Thema vorbei­gekommen: Ein Jahr #MeToo-Debatte hat die Branche in Atem gehalten – und ja, mit Sicherheit auch das: verändert. Nicht immer zum Guten: Manchmal hat man das Gefühl, die Debatte wird mit Absicht falsch geführt.

Wenn es zum Beispiel darum geht, dass Män¬ner sich nicht mehr trauen, mit einer Kollegin allein in einem Aufzug zu fahren. Oder angeblich nicht mehr unterscheiden können zwischen Flirt und Belästigung, weil Frauen „so was schnell falsch auslegen“. Schön, dass Kollegen inzwischen so sensibilisiert sind für den Umgang mit Kolleginnen, aber auf ein so banales Niveau ist MeToo nun wirklich nicht zu reduzieren. Die Aufarbeitung der entsprechenden Vorfälle war und ist dafür zu wichtig. Und auch schmerzhaft – allen voran für den WDR, wo besonders laut und öffentlich über Vorwürfe und Vorfälle diskutiert wurde.

Die ehemalige EU-Kommissarin Wulf Mathies zieht nun in ihrem unabhängigen Abschlussbericht schonungslos Bilanz. Sie spricht dort u. a. von vielfältigen Diskriminierungs-Erfahrungen und Unzufriedenheit mit dem Betriebsklima im WDR.„Das möchte ich so nicht stehen lassen“, wehrt sich die neue Chefredakteurin TV, Ellen Ehni, im Titelgespräch mit meiner Kollegin Senta Krasser. Es ist ihr erstes großes Interview seit ihrem Amtsantritt am 1. September, als Nachfolgerin von Sonia Mikich. Darin sagt sie aber auch das: „Durch #MeToo sind viele Dinge an die Oberfläche gekommen, die ich so nicht vermutet hätte. Wir sind da jetzt alle sehr sen¬sibilisiert im Sender“ (Seite 4).

Eine höhere Sensibilität in der Branche zeigt sich im Umgang mit der Sprache – unserem wichtigsten Handwerkszeug. Die Stimmen für eine gendergerechte Sprache werden hörbarer. Wir haben eine junge Kollegin, Thembi Wolf, eine unserer Top 30 bis 30 des Jahrgangs 2018, gebeten, ihre Argumente für das Gendern von Texten aufzuschreiben (Seite 14) – auch als Anstoß für eine Diskussion, die wir weiterführen möchten.

Denn auch im „medium magazin“-Team sind wir uns keineswegs einig in Sachen „*Innen“: Das Pro & Contra von Carolin Neumann und Senta Krasser lesen Sie auf Seite 16 – und in der ganzen Ausgabe dieser „Journalistin“ unterschiedliche Fassungen der Schreibweisen. Denn wie und ob ein Autor oder eine Autorin gendert, ist auch eine Frage des persönlichen Sprachstils. Warum in dieser Frage nicht etwas mehr Vielfalt zeigen?

Vier Jahre ist es schon her, dass die preisgekrönte AP-Fotografin Anja Niedringhaus in Afghanistan ermordet wurde. Kurz darauf wurde ihr zu Ehren der Anja-Niedringhaus-Preis gestiftet für Fotojournalistinnen, die sich „durch außergewöhnliche Tapferkeit bei der Berichterstattung engagieren“. 2018 geht er an die Amerikanerin Andrea Bruce. Mit meinem Kollegen Florian Sturm sprach sie über die Wandlung ihres Berufs und über ihre Art, „die Leser dafür zu sensibilisieren, was am anderen Ende der Welt passiert“ – ein lesenswertes Interview (Seite 18).

 

Außerdem:
Unsere jährliche Doppelausgabe: mehr über Medium Magazin 06/2018.
Werkstatt-Heft: „Erfolgreich gründen“ von Pauline Tillmann – für Abonnenten gratis in dieser Ausgabe enthalten. Nachbestellungen über www.newsroom.de/shop oder per E-Mail an: vertrieb @ oberauer.com

 

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